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Geschrieben von Slaytanic am 11.09.2005 um 23:32:

  Heiliger Krieg

Was haltet ihr von einem "Heiigen Krieg", das heißt einen Krieg, der aus religiösen Motiven geführt wird?
Beispiele: Kreuzzug oder aktuell der Dschihad.



Geschrieben von Knolle am 12.09.2005 um 06:40:

 

wenn gott (auch wenns den nich gibt) gewollt hätte, dass ein paar menschen sterben, dann hätte er /sie/es das selbst erledigt...
solche kriege sind nicht aus religiösen gründen. das is nur ne ausrede ihrer kriegsführer, die einfach nur machtgeil sind.



Geschrieben von Mila am 12.09.2005 um 10:30:

 

denke da wie knolle, wenns "gott" wirklich gibt dann hat der sicher andere möglichkeiten die leute umzubringen. ich verstehe nicht wie leute so dumm sein können und an einen "heiligen krieg" glauben, zeigt wie intelligent die menschen teilweise sind rolleyes bekloppt?



Geschrieben von MoD3000 am 12.09.2005 um 11:42:

 

Verschiedene Theologen werden nicht muede den "Krieg" als etwas nach innen gewandtes zu deuten.
Viele sprechen von der "Herausforderung" und dem "Kampf" gegen sich selbst. Sogar von Buddha ist so etwas ueberliefert.

Schlussfolgerung? Man kann Schriften nun mal auslegen, der Author ist lange tot. Da kommt es immer auf die Motive des Einzelnen an.



Geschrieben von RexPaimon am 12.09.2005 um 15:00:

 

Es kommt sehr auf die Motive des Einzelnen an, und auf die Frage, inwieweit der Einzelne rhetorisch genug ist, die Masse auf seine Seite zu ziehen. Die meisten "Krieger" eines solchen und aller anderen Kriege sind eben Opportunisten, die der Rhetorische durch seine Reden auf seine Seite ziehen konnte.
Dieser "Kampf gegen sich selbst" ist schon sehr bedenklich, da er sich auch gegen andere richten kann, wenn der Betreffende genug gegen sich selbst gekämpft hat und seine unbefriedigten, vernachlässigten Bedürfnisse in Aggression münden.



Geschrieben von MoD3000 am 12.09.2005 um 15:39:

 

Gerade das haben viele Religionen mit starken Gemeinschaften zu verhindern/kanalisieren gesucht. Mit sehr wechselndem Erfolg.

Ausserdem: wo liegt der Unterschied zum normalen ist-Zustand?



Geschrieben von RexPaimon am 12.09.2005 um 15:44:

 

Gewiß, aber teilweise nur sehr halbherzig und um einiges zu spät.
Meinst Du, worin der Unterschied besteht zu anderen Kriegen? Eigentlich ist da gar keiner, aber Religionen bieten eben zusätzlichen Sprengstoff und die meisten Kriege in der Geschichte waren Religionskriege.



Geschrieben von MoD3000 am 12.09.2005 um 15:53:

 

Ich bin im Gegenteil der Meinung, dass Religion einen guten Teil dazu beigetragen hat, dass es sehr lange sehr ruhig war. Aber ich rede da auch von anderen Massstaeben und ziehe hier zurueck bis ins Altertum.

Ich hatte auch nicht mehr Kriege gemeint, sondern eher den Ist-Zustand des Individuums heute. Die meisten tragen doch heute ihre Aggression nach aussen. Ritualisiert oder nicht, Aggressionen sind im z.B. "Gangsta"-Style ja gerade erforderlich.



Geschrieben von RexPaimon am 12.09.2005 um 16:00:

 

Ach, Aggressionen sind uralt und Aggressionen gab es immer und wird es immer geben. Weshalb? Weil sie menschlich sind. Auch Diskussionen bergen Aggressionspotential. Es gibt durchaus auch Leute, die ihre Aggressionen innerhalb von Diskussionen versuchen auszuleben, vor allem durch Rechthaberei. Den meisten ist dies aber gar nicht bewusst.
Aggressionen müssen nun mal ausgelebt werden und glaube mir, ich finde die Texte der meisten HipHop-Stücke genauso fehlgegriffen wie Du. Wozu die Bündelung von Aggressionen (bzw. die Unterdrückung) führt, sah man in den Ausschweifungen des Christentums. Daran gibt es nun mal nichts zu rütteln, Verzeihung. Und, ohne diskussionsübergreifend zu werden, dass es Inquisitionen und Kreuzzüge gegeben hat, ist wohl geschichtlich genauso deutlich geworden, wie der Holocaust es eigentlich auch sein sollte.
Was mich zumindest positiv überrascht hat, war, dass Johannes Paul II. sich gegen den Irak-Krieg ausgesprochen hat.



Geschrieben von MoD3000 am 12.09.2005 um 16:21:

 

Johannes Paul II. hatte schlichtweg erkannt, dass die kriegerische Zeit der Kirche auf dem Schlachtfeld vorbei ist. Ein zahmes Image mit Mission im Hintergrund laesst sich besser verkaufen.



Geschrieben von RexPaimon am 12.09.2005 um 16:25:

 

Ja, das ist wohl richtig. Egal welche Motivation dazu vorherrscht, ist mir diese Position aber, (ich denke) verständlicherweise, sehr viel lieber *g*.



Geschrieben von Murkser am 12.09.2005 um 22:09:

 

bite Man sollte diesen ganzen ungläubigen Moslems die Vorhaut wegflämen! bite

Es ist noch gar nicht so lange her, da traf ich auf einen sehr militanten Christen, der mit Eifer gegen die Ökumene predigte, gegen Toleranz und die Bekehrung der Ungläubigen (inkl. Andersgläubigen) verlangte.

Er war mit seiner kleinen Herde auch recht eifrig dabei. Nunja er hat mir ziemlich viel aus der Bibel gelehrt. Aber das obige hat mich schon ganz schön verwundert. Aber so könnte ich mir auch einen radikalen islamischen Prediger vorstellen - viel Inbrunst, eine kräftige und druckvolle Stimme und ein Meister der Rhetorik der jedes Argument mit "aber es steht doch geschrieben" totschlägt. Was soll man da machen. So jemand heißt natürlich auch den Krieg gut - der Zweck heiligt die Mittel - "aber sie sind doch Ungläubige" - als wenn das irgendwas rechtfertigen würde.

Aber bevor jetzt jemand allgemein über die Christen herzieht - ich hab auch genug getroffen die weltoffen und für die Ökumene sind.



Geschrieben von MoD3000 am 12.09.2005 um 23:02:

 

Roemer 13, Vers 8-10:
Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 9Denn was da gesagt ist (2.Mose 20,13-17): »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3.Mose 19,18): »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.«10Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

In der Lutherischen Uebersetzung. So steht es geschrieben.
Aehnliche Stellen lassen sich auch fuer den Koran finden.

Aber vergesst nicht die Stellen, an denen zu der Stellung Andersglaeubiger geschrieben wird. Die Bibel und alle anderen "heiligen Schriften" sind voller Widersprueche und es obliegt jedem selbst, seinen Glauben daraus zu extrahieren.



Geschrieben von DefBenskiObiWan am 13.09.2005 um 00:56:

 

In meinen Augen ist ein aufgrund religiöser Motive begonnener Krieg sinnlos.
Es steht zwar fest,daß man Kriege manchmal führen muß,jedoch nur,wenn die freiheit bedroht ist,welches bei einem "heiligen Krieg" nicht gegeben ist.
Ebenso sinnlos,jedoch auf der anderen Seite rationell verständlich,erachte ich einen Krieg aufgrund territorialen Erweiterungsbestreben diverser Kulturen-z.B. zu sehen seit 50 Jahren im Gaza-Streifen.



Geschrieben von RexPaimon am 13.09.2005 um 04:16:

 

@MoD3000:

Na ja, diese Regeln gelten ja nur für Christen. Nicht-Christen bzw. in diesem Falle Nicht-Juden sind vollkommen vogelfrei.
Luther, der selbst vogelfrei wurde, hat das alles noch einmal schön umgekehrt und machte die Juden zu Vogelfreien. Was lernt man daraus? Alle sind vogelfrei...hm...



Geschrieben von MoD3000 am 13.09.2005 um 11:56:

 

Meine bisherige Interpretation steht bei: "Die Regeln gelten fuer Christen".
Aber die Regel befiehlt auch Liebe fuer Nicht-Christen

Aber wie gesagt: alles Auslegungssache.



Geschrieben von Murkser am 13.09.2005 um 21:17:

 

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle den chrislichen Dschihad ausrufen, stattdessen schreib ich mal folgendes:

Matthäus 22,36-39
Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Jesus aber antwortete ihm:
"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzen Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt" (5. Mose 6,5). Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (3. Mose 19,18). In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Erinnert mich ein wenig an: "Tu was du willst sei das Ganze von dem Gesetz."



Geschrieben von MoD3000 am 13.09.2005 um 23:41:

 

Hehe, mich wundert es ein wenig hier nur Bibelzitate zu lesen.
Seit einiger Zeit hab ich mir mal ein Shirt drucken lassen:
Zitat:

0.: Dein Leben sei ein einziger Akt der Liebe.

Nein es gibt keine Fotos Zunge raus



Geschrieben von Profetin am 27.10.2005 um 21:13:

no Heiliger Krieg

erschießen Kriege dienen stehts dazu, von innenpolitischen Problemen abzulenken - das war schon im antiken Griechenland so, und das ist auch heute nicht anders. Der "Heilige Krieg" ist ein Krieg der Kirche - und bricht interessanterweise immer dann aus, wenn wiedermal Reformstau herrscht.... Die Kreuzzüge brachen auf, als das Volk am Ablass zu zweifeln begann; Der Dschihad von Al Kaida hat seine Begründung auf der wirtschaftlichen, militärischen und liberalen Überlegenheit der USA.

Wenn die Leute beginnen, Fragen zu stellen, wird immer schnellstens das Thema gewechselt.... und ein (ausländisches) Feindbild gesucht. erschießen



Geschrieben von blackrider am 27.10.2005 um 21:50:

  RE: Heiliger Krieg

Ja ne is klar, und Hitlers Weltkrieg diente natürlich nur dazu um "Lebensraum im Osten" zu erlangen.



Geschrieben von Lord Syn am 27.10.2005 um 22:00:

 

Diente er ja auch. Naja... geh mal lang genug nach Osten und du kommst wieder da an, wo du angefangen hast. großes Grinsen

Ach. Ich finde übrigens, dass Gott, wenns ihn gäbe, auch locker Spaß am Krieg zwischen Menschen haben kann. Zunge raus



Geschrieben von spunkkkky am 27.10.2005 um 23:39:

 

ich verstehe nicht einmal die frage. ist das jetzt so eine, auf die man mit "ja, finde ich gut, weil" oder eben "nein, finde ich blöd, weil" antworten soll?
also ich finde "heilige kriege" (es gibt sicher selten DAS motiv für einen krieg, wenn er nicht gerade von einem menschen allein geführt wird, oder?) blöd, weil man an menschenleben natürlich (aber hallo) keine wertetabelle anlegen darf - ganz zu schweigen von ihrer ermordung (sagt zum beispiel kant; und ich teile seine begründung)!



Geschrieben von Ben am 28.10.2005 um 00:33:

 

Zitat:
Original von MoD3000
Hehe, mich wundert es ein wenig hier nur Bibelzitate zu lesen.
Seit einiger Zeit hab ich mir mal ein Shirt drucken lassen:
Zitat:

0.: Dein Leben sei ein einziger Akt der Liebe.

Nein es gibt keine Fotos Zunge raus


Würde das Christentum aber ne ganze Ecke populärer machen großes Grinsen

Tja, was die Ursachen von Kriegen angeht, gibt es ja wie immer in der Geschichte zwei unterschiedliche Meinungen:
Die eine besagt, dass der Lauf der Geschichte von einigen wenigen Persönlichkeiten bestimmt wird, denen die Massen hinterher laufen.
Die andere besagt, dass Geschichte eigentlich eine Art Gruppendynamik war und ist. Nach dieser Theorie wären dann die jeweiligen Machthaber nur gerade zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen. Hätte es den einen nicht gegeben, so hätte ein anderer seinen Platz eingenommen, da es an der Zeit war und die Gruppendynamik es begünstigte.

Wie so oft liegt die Wahrheit wahrscheinlich in der Mitte. Allerdings liegt natürlich eine gewisse Gewalttätigkeit in der Natur des Menschen und kann für Kriege genutzt und kanalisiert werden...
Dennoch sind es in erster Linie finanzielle und wirtschaftliche Interessen, die einen Krieg herbeiführen, gekoppelt mit ein paar fanatischen Führern, die "wirklichen Ursachen", falls es so etwas überhaupt gibt...
Die Religion wird in diesem Zusammenhang wie so oft zur Verdummung der Bürger verwendet und beendet jegliche Diskussion: Gott will den Krieg. Das ultimative Totschlagargument (in doppeltem Sinne)! Vor allem in früheren Zeiten, wo die Gehirnwäsche von wegen Fegefeuer noch an der Tagesordnung war, wollte wohl keiner eine andere Meinung als Gott haben...

In wie weit die jeweilige Religion einen heiligen Krieg hergibt, ist auch zweifelhaft. Das Problem ist, denke ich, dass man in so ziemlich jedes religiöse Buch alles mögliche hineininterpretieren kann. Ich kann mich hier leider nur auf die Bibel beziehen, da ich Koran o.Ä. nicht kenne.
Allein altes und neues Testament unterscheiden sich wie Tag und Nacht:
Im einen heißt es (sinngemäß): Wenn du eine Stadt belagert und eingenommen hast, so sollst du die Männer töten, die Frauen und Kinder aber zu deinen Sklaven machen.
Im anderen kommt dagegen die rechte Backe / linke Backe - Geschichte. Je nachdem was du begründen willst, musst du also nur die richtige Textstelle finden. rolleyes



Geschrieben von Taloraan am 28.10.2005 um 00:59:

 

Der eine Macht unter dem Vorwand der Demokratisierung einen Krieg für Öl, dem anderen ist's egal, Hauptsache Heil'ger Krieg, und letzten Endes streitet man sich um ein Intelligentes Design für Darwin, will den Gott so dezimieren auf irgendetwas, führt aber unter diesem eine Nation und natürlich Krieg. "[...]one Nation under God,[...] with liberty and justice for all." Und das christliche Europa schaut zu und streitet sich, ob man mitmachen möchte oder nicht. Die letzten 'Heiligen Kriege' waren wohl die Kreuzzüge.

By the Rivers of Babylon.



Geschrieben von quigor am 31.10.2005 um 04:59:

 

Es gibt keine "heiligen Kriege", auch die Kreuzzüge waren meiner Meinung nach nicht religiös motiviert, sondern machtpolitisch! Religion ist hier immer nur ein Vehikel, das die eigentlichen Gründe transportiert - und aufgrund seiner emotionalen Befrachtung so gut geeignet, die Völker zu motivieren.. es ist dann so "gerecht" und gerechtfertigt, all das zu tun, was sonst "böse" ist, da gibt es ein hübsches Lied von den Dire Straights dazu, heißt "Ride across the River"


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